EU-Gesundheitsminister Vytenis Andriukaitis hält ein Scheitern des umstrittenen transatlantischen Freihandelsabkommens für möglich und verspricht gegenüber dem Tagesspiegel, dass man nicht über die europäischen Standards verhandeln würde. „Klon- und Hormonfleisch und Chlorhühnchen sind bei uns verboten. Daran wird TTIP nichts ändern.“ Der litauische EU-Kommissar sieht aufgrund der Tatsache, dass die transatlantischen Staaten dieses Vorhaben zunächst ratifizieren müssten eine Mehrheit nicht unbedingt für realisierbar.

Das Abkommen, dass seit Juli 2013 zwischen Vertretern der Europäischen Kommission und den USA verhandelt wird, ist in Europa umstritten. Genmais von Monsanto, der Ausbau des globalisierten Finanzmarktes sowie die Zerstörung der natürlich gewachsenen Gemeinschaften sind die logischen Folgen aus einem derartigen Unterfangen. Das transatlantische Freihandelsabkommen würde neben der Reduzierung der ohnehin bereits unzumutbaren Lebensmittelstandards auch die Beseitigung des Mittelstandes befördern. In Deutschland muss der gesellschaftliche Stabilitätsfaktor (gemeint sind die mittelständischen Unternehmen) immer mehr Großkonzernen weichen. Trotz der Versprechen des Arztes aus Litauen wird sich vermutlich der Finanzlobbyismus und damit das TTIP durchsetzen. Das bedeutet auch, einen weiteren Schritt in Richtung gesellschaftlicher Enteignung. Das TTIP sieht vor, die Rahmenbedingungen im Handel zwischen den USA und Europa so zu modifizieren, dass das Wirtschaftswachstum dadurch gefördert werden könne. Was sich gut und alltäglich anhört, ist aber in Wirklichkeit die Ankündigungen von noch mehr Arbeitslosigkeit und der Konzentration von Kapital in wenigen Händen. Das TTIP wird nicht scheitern. Man kann es nur hoffen. Wir glauben jedoch nicht mehr an den Osterhasen. Wenn TTIP auch noch nicht greifen sollte, wird es eben CETA (Canada – EU Trade Agreement) sein. Nachdem man ACTA angeblich ad acta gelegt hat, versucht man es mittlerweile über ein kanadisches Freihandelsabkommen. Dieses ist bereits ausgehandelt und bedarf lediglich noch einer Ratifizierung der Europäischen Union. Die Kosmopoliten versuchen die Völker an der Nase herumzuführen. Während alle über TTIP sprechen droht derzeit CETA zunächst als Vorbote der kapitalistischen Knechtung zu kommen. Dieses Abkommen ist nicht minder schlimm.

Wir sagen ganz klar: Wer CETA, TTIP oder andere Pläne der Pfändung unserer Freiheit stützt, will die Enteignung und substanzielle Zersetzung der europäischen Völker. Das Freihandelsabkommen ist eine logische Folge eines finanz- und liberalkapitalistischen Systems. Kampf dem Kapitalismus! Macht kaputt, was euch kaputt macht! Die EU ist nicht Europa!