Am Montag, dem 12. Januar, fand unter dem Namen “BÄRGIDA” die zweite Pegida-Kundgebung in der deutschen Hauptstadt statt. Noch schnell den Rucksack gepackt und ab ging es zum Vorabtreffpunkt. Schnell noch die am Wochenende gebastelten Schilder ins Auto geschmissen und dann konnte es auch schon losgehen. Das aktivistische Wochenende steckte uns zwar noch allen in den Knochen aber davon ließen wir uns nicht abhalten.
Auf dem Weg nach Berlin blitzten mir viele Gedanken durch den Kopf:
Was wird sich die Staatsmacht diesmal einfallen lassen, um den Spaziergang zu diffamieren?  Dürfen wir uns wieder mit den verrückten Gegendemonstranten rumärgern?

10913145_773262289415542_1460624111_nAngekommen in Berlin, noch schnell orientiert und schon machten wir uns auf dem Weg in Richtung Veranstaltungsort. In einem Umkreis von etwa einem Kilometer hatte die Polizei alles abgesperrt. Lediglich für die Gegenprotestler war an einigen Stellen noch Platz. An jeder Kreuzung wurde uns eine andere Richtung vorgeschlagen. Schließlich konnten wir uns jedes Mal durchsetzen und den kürzesten Weg bestreiten. Kurz vor dem Veranstaltungsort wollte uns ein scheinbar netter Polizist unbedingt begleiten. Gern wollte ich wissen, ob auch diese Höflichkeit nur wieder eine Täuschung sein soll. Er erklärte mir, dass sich gerade mal 5 Menschen bei der Veranstaltung befinden. Ob wir wirklich unbedingt heute protestieren wollen? Es sei doch schlechtes Wetter. Wir ließen uns nicht beirren und setzten unseren Weg fort.

Als wir das Brandenburger Tor sehen konnten, verabschiedete sich der anscheinend höfliche Polizist von uns. Nun sah ich auch die etwa 80 Veranstaltungsteilnehmer, die ungefähr eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn vor Ort waren. Mir wurde klar, dass dieser scheinbar (!) “höfliche Polizist” nur den Auftrag hatte, potenzielle Veranstaltungsteilnehmer mit Angst einzuschüchtern, um diese vom Protest abzubringen.

40 Meter entfernt vom Brandenburger Tor, versammelten sich die Teilnehmer der “BÄRGIDA” – Veranstaltung. Einige Azubis der Polizei sperrten den Weg zum Gegenprotest ab. Diesen wollte ich mir aber ein wenig näher anschauen. Also packte ich die Kameraausrüstung aus, legte mir das Stativ über die Schulter und konnte damit, wie einer von der Presse, sehr nah an die Verrückten ran kommen. Von Nahem sah ich auch wer diesen Protest gegen uns unterstützt. Ich sah ausschließlich Fahnen und Transparente von den verrücktesten Parteien dieser Republik. Gesunde Menschen werden sich dort wohl nicht mehr eingliedern. Nach ungefähr 5 Minuten sprach mich ein etwas älterer Polizist an, nachdem Ihm wohl auffiel, dass ich gar nicht dort sein durfte. „Gehören Sie nicht zu der PEGIDA – Veranstaltung?“ Ich hatte alles gesehen, was ich sehen musste, um mir ein Bild zu machen. Also bejahte ich Seine Frage und lief wieder zurück zum Sammelort.10934523_773262262748878_1036733962_n

Um 18:30 Uhr befand sich nun um die 400 Leute auf dem gut gefüllten Platz. Vereinzelt trafen immer noch kleine Gruppen ein.  Nach kurzer Verspätung und einigen Redebeiträgen konnten wir den Spaziergang mit einer etwas abgeändert Route begehen.
‏ Bereits unmittelbar nach Ankündigung der Veranstaltung brach ein wahrer Propagandasturm der Herrschenden los und setzte sich, nach der insgesamt erfolgreichen Durchführung, am nächsten Tag in den Medien und der Politik fort.

Nach dem 12. Januar brüsteten sich die Verantwortlichen der Stadt, das Licht am Brandenburger Tor gegen die BÄRGIDA Demonstranten ausgeschaltet zu haben. Auch in anderen Städten, in denen PeGiDa-Spaziergänge stattfanden, wurden „Lichter ausgeschaltet“. Das Orga-Team der BÄRGIDA stellt somit fest:

Die Verantwortlichen in diesem Land zeigen damit unzweideutig und nicht nur symbolisch, dass sie Deutschland und dem deutschen Volk das Licht ausschalten, den Saft abdrehen wollen. Wir fordern deshalb von den Deutschlandabschaffern, bleibt konsequent und schaltet auch bei den kommenden Abendspaziergängen die Lichter ab, damit wir, das Volk, vertreten durch PEGIDA, BÄRGIDA, LEGIDA und viele weitere, symbolisch mit unseren Kerzen Licht in die Dunkelheit dieses Landes bringen können. Wir werden den Abschaffern Deutschlands, im wahrsten Sinne des Wortes, heimleuchten!