Manchmal erscheint die Welt so trostlos und öde. Die Umwelt ergötzt sich heute an den schnöden und platten Konsumgütern, die uns dieses materielle Leben zu bieten hat. Die Probleme unserer Zeit werden nicht gesehen oder gar im Kern verstanden und wenn sich dann doch ein Fünkchen Hoffnung in dieser langen und düsteren Nacht aufzeigt, wird es sofort im Keim erstickt. Die Demokraten und ihre technokratische Avantgarde veranlassen in unserem Land ein regelrechtes Tauziehen zwischen den Menschen. Alle sind sie abgelenkt von den wirklichen Ursachen all unserer Probleme. Ob Flüchtlingspolitik, Sozialabbau oder die stetige Verdummung der Gesellschaft. Sie alle sind “nur” einige Randerscheinungen und logische Auswüchse einer in sich maroden Politik, die zu keinem Zeitpunkt souverän gehandelt hat.

Hat es doch die im Sommer 2013 aufgetretene Erscheinung namens Edward Snowden geschafft, den Deutschen Beweise zu liefern, die ihre Souveränität vollends in Frage stellen. Dabei handelt es sich um die Kernfrage, die hier gestellt werden muss. Wir alle sind in einem System hineingeboren, aufgewachsen oder hineinpolitisiert worden, das offenbar unfähig oder Unwillens ist, die Interessen der Deutschen und Europäer zu gewährleisten. Dabei muss man sich doch allmählich die Frage stellen, woran das liegt! Klar sind Unwilligkeit oder fehlende Empathie einfache Erklärungen für einen komplexen und so zermürbenden Zustand wie dem unsrigen. In dem Aufsatz “Der ‘Wohlstand’ des Kapitalismus” haben wir bereits damals herauskristallisiert, welche Ausmaße die Okkupation des Kapitals durch einige wenige 1) bereits angenommen haben. Dies zeigt deutlich, welche Machtverhältnisse nicht nur in Deutschland, sondern weltweit vorherrschen. Von einer unabhängigen Politik kann man in Anbetracht der Tatsache, dass ein Superkonzern das Machtinstrument “Kapital” in seinen Händen konzentriert, bei weitem nicht sprechen. Die Souveränität ist demnach keinesfalls gegeben. Denke man nur an die Worte des Rollstuhlministers: “Die Kritiker, die meinen, man müsse eine Konkurrenz zwischen allen Politikbereichen haben, die gehen ja in Wahrheit von dem Regelungsmonopol des Nationalstaates aus. Das war die alte Ordnung, die dem Völkerrecht noch zugrunde liegt, mit dem Begriff der Souveränität, die in Europa längst ad absurdum geführt worden ist, spätestens seit den zwei Weltkriegen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Und wir in Deutschland sind seit dem 8.Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen.”

Klare Worte, die angesichts der politischen Gewichtigkeit, die Schäuble darstellt, nicht mehr kommentiert werden müssen. Nun werden “Kritiker” gleich wieder mit der Verschwörungstheorie-Keule um sich schlagen. Doch sprechen die realen Vorkommnisse eine andere Sprache. Denken wir nur an den ehemaligen Innenminister und heutigen stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden, Hans-Peter Friedrich. Seiner Zeit als Bundesminister des Innern tätig, verkündete er Aufklärung um die NSA-Affäre und flog übern Großen Teich, um ernste Worte mit unseren transatlantischen Freunden zu führen: „Gleichzeitig möchte ich unseren amerikanischen Partnern deutlich machen, wie wichtig die Wahrung der Verhältnismäßigkeit und der Persönlichkeitsrechte unserer Bürgerinnen und Bürger dabei für uns sind.“ zitierte der Tagesspiegel ihn vor der Abreise (http://www.tagesspiegel.de/politik/nsa-affaere-bundesinnenminister-friedrich-fliegt-in-die-usa/8479456.html). Nach seiner Ankunft auf dem deutschen Flughafen wurden die Worte etwas bedachter gewählt. Trotz einer von Friedrich bezeichneten “erfolgreichen Reise”, musste dieser eingestehen eigentlich keine Informationen bekommen zu haben. Auf die Frage wie viele deutsche Daten von den US-Geheimdiensten gezogenen wurden, antwortete der damalige Innenminister: “Wir wissen es bis heute nicht”.

Die Regierung dürfte sich damit auch für den letzten noch denkenden Bürger als Vasall entpuppt haben. Ganz gleich, ob eine Partei oder gar eine Regierung noch einmal versuchen würde, dass Ruder in eine andere Richtung zu reißen, würde es offenbar gewaltige Spannungen mit der US-amerikanischen Clique und deren Finanziers geben. Im Volksmund heißt es so schön: “Geld regiert die Welt.” Viel mehr müssen wir uns aber langsam fragen: “Wer regiert eigentlich das Geld?” Und dabei kommt der junge schweizer Physiker James B. Glattfelder 2) ins Spiel. Er beschäftigte sich im Rahmen seiner Tätigkeit an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich mit der Entwicklung an den Finanzmärkten und machte dabei im bereits verwiesenen Aufsatz den erwähnten Fundus, dass sich der Großteil des Gesamtkapitals bei einem riesigen global agierenden Superkonzern sammelt. Vor allem britische sowie amerikanische Banken seien maßgeblich die führenden Kapitalbesitzer. In Deutschland sei die Deutsche Bank, nach Glattfelder einer der wenigen Konzerne, die einen Einfluss auf diese Entwicklung nahm bzw. selber Nutznießer dieses Globalismus wurde.

Dieser Tatsache müssen wir uns zunächst erst einmal klar werden, wenn wir uns den Problemen und deren Lösungen annehmen wollen. Die Forderung an die derzeitige Politik eine Veränderung vorzunehmen wird ins leere verhallen. Der Bundestag ist die falsche Adresse, um Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit oder einer ordentlichen Asylpolitik zu stellen – wobei der Autor die politische Elite nicht in Schutz nehmen möchte. Das System – damit ist auch der globale Finanzapparat gemeint – muss an sich selbst scheitern. Dies wird früher oder später passieren, wenn die ignoranten Demagogen und Technokraten ein “Weiter so” anpeilen. Die momentanen Demonstrationen, die mittlerweile nicht nur in Dresden stattfinden, ziehen immer mehr Menschen auf die Straßen. Das System verliert an Glaubwürdigkeit. Es wird daher jedoch auch seine repressiven Schraubzwingen fester ziehen, wenn die Entwicklung der PEGIDA und deren Anhänger weiterhin durch kontinuierliches Anwachsen der Teilnehmerzahlen anhält.

Dann wird sich zeigen wer bereit ist für seine und die Zukunft seiner Kinder zu handeln. Doch die Karten sind dann neu gemischt und eine Souveränität vielleicht in greifbare Nähe. Auf die etablierten Parteien jedenfalls können und dürfen wir nicht hoffen. Im besten Fall sind sie unfähig und beschränkt. Im normalen Fall jedoch Unwillens und antideutsch dazu.

1) 0,123 % der 43.000 größten international agierenden Konzerne besitzen 80 % des Kapitals dieser 43.000 Konzerne. Hierbei sei nochmals auf das Buch von Michael Maier “Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen” verwiesen. Es gibt Aufschluss über den weltweiten Kapitalfluss, der sich in den Händen einiger weniger befindet und bereits seit Jahrzehnten mit steigender Tendenz und einem exponentiellen Anstieg immer mehr Macht in seinen Händen konzentriert. Das Buch gibt zudem einen Einblick in die Finanz- bzw. Weltwirtschaftskrise.
2) “Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen””