Am Sonnabend, den 15.11. war es wieder soweit. Die wochenlange Vorfreude erreichte ihren Höhepunkt und die Fahrt zu den Kameraden aus der Tschechischen Republik sollte beginnen. Schon im letzten Jahr war eine deutsche Delegation in Prag, um die Demonstration am 17.11 zu unterstützen.  Jedes Jahr organisieren die Kameraden vor Ort eine Demonstration anlässlich der „Samtenen Revolution“, die im auch für uns Deutsche nicht unbedeutenden Revolutionsjahr 1989 stattfand.  Ähnlich wie bei uns, hat sich die Tschechische Republik in diesem Jahr von einem kommunistischen Regime verabschiedet.

Nun war es also wieder soweit, dass wir den Weg Richtung Böhmen und Mähren bestritten. Dieses Jahr ging es nicht nach Prag sondern nach Brünn.

Als wir nach einer etwa siebenstündigen Fahrt am Zielort ankamen, wurden wir herzlichst begrüßt. Die gemeinsame Vision eines souveränen Europas und der Drang nach Freiheit schweißten uns bisher so sehr zusammen, dass man hier schon von einem freundschaftlichen Verhältnis sprechen kann.

Zunächst führten uns unsere tschechischen Mitstreiter in ihre Zentrale. Dort war schon Essen für uns aufgetischt. Unter anderem schmückten die Fahnen unserer Jugendorganisation und der Blocco Studentesco den Raum. Nach der Stärkung zeigte man uns die Stadt. Bei den vielen alten Häusern war leicht zu erkennen, dass dies einst eine Deutsche Stadt war. Die architektonische Kunst, die Verzierungen an den Häusern sowie die Burg Spielberg sind wahre Zeugnisse der germanischen Seele, die tief im Inneren dieses Landes gewirkt hat. Es war einfach wunderschön.  Nachdem wir eine ganze Menge gesehen hatten, wurde der restliche Abend in der Gemeinschaft verbracht.

Am nächsten Morgen waren wir schon sehr früh wach und nutzten die Zeit für einen Spaziergang im Dunklen. Bei diesem wurde dann aber wieder ein anderes Bild sichtbar. Die Überfremdung hinterließ auch in Brünn ihre Spuren. Überall lungerte das Pack, welches kein europäisches Antlitz trägt, auf den Straßen herum. „In den etwas weniger beleuchteten Gassen sollte man lieber nicht allein hineingehen“, ließen uns die Kameraden der Delnicka Mladez wissen. Erinnerungen an das nicht mehr so heimische Berlin wurden wach.

Nach dem Frühstück nutzten wir den Vormittag, um den vielen Deutschen Helden  zu gedenken, welche auf dem Friedhof in Brünn beerdigt wurden. Im späteren Verlauf des Tages, trafen unsere JN´ler aus Sachsen ein. So langsam konnten wir uns auf das anstehende Konzert einstimmen. Zwei tschechische und ein slowakischer Sänger waren angekündigt. An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit nutzen, den slowakischen Sänger „REBORN“ hervorzuheben. Seine etwas für uns unkonventionell ertönende Musik brachte einen revolutionären Klang in die gut gefüllte Halle.

Am Montag stand dann auch schon die Demonstration auf dem Plan. Nach den ersten Redebeiträgen, schlossen sich Bürger der Stadt dem Demonstrationszug an. Auf der Abschlusskundgebung sprach unter anderem der sächsische Kamerad Paul Rzehaczek.

Auf unserem Heimweg durften die Schergen der BRD selbstverständlich nicht fehlen. Kurz hinter der Grenze standen sie in einer Einbuchtung. Dann überholten Sie uns und forderten zum   hinterherfahren auf. Diesmal verkaufte man uns diese Aktion wenigstens nicht als „Allgemeine Verkehrskontrolle“. „Bundespolizei, Kontrolle, alle Personalausweise her“. Wir waren wieder in der Bundesrepublik, dem freiesten Staat, den es auf deutschem Boden je gegeben hat. Ihre verzweifelten Versuche uns einzuschüchtern gingen ins Leere. Kalt und rational ließen wir eine fast schon alltägliche Situation über uns ergehen.

Insgesamt blicken wir auf sehr gelungene 3 Tage zurück. Wir konnten neue Kontakte knüpfen und werden auch in der Zukunft weiter zusammenarbeiten. Trotz dieses anstrengenden Ausflugs konnten wir auch eine Erholung für die Seele finden. Die Probleme die wir bei uns haben, sind überall in Europa existent. Überall in Europa wird der gleiche Kampf geführt. Es mag oft anstrengend sein, doch die FREIHEIT ist unser Lohn. Die FREIHEIT, für die bald schon ganz Europa aufstehen wird.

EUROPA – JUGEND – REVOLUTION!

Ein Aktivist aus Brandenburg