Es geschah in den Morgenstunden des 23.08.2012: Mehrere hundert Polizisten stürmten über sechzig Wohnungen in Dortmund und einigen benachbarten Städten, um Durchsuchungsbefehle zu vollstrecken und frohen Mutes eine Verbotsverfügung zu überreichen. Diese richtete sich gegen den „Nationalen Widerstand Dortmund (NW DO)“, dem mehr oder weniger wahllos tatsächliche und vermeintliche Mitglieder zugerechnet, sowie mit gleicher, wirrer Logik diverse Ziele nachgesagt wurden. Begründet wurde dieses Verbot mit einem kämpferischen Eintreten gegen die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“, das höchste Gut der Vorzeigedemokraten.

Beschlagnahmt wurden diverse politische Schriften, elektronische Speichermedien, aber auch T-Shirts oder legale Schutzbewaffnung, sowie der ehemalige Treffpunkt „Rheinische Straße 135“, der „Resistore Vertrieb“, dem Tatsachen widrig unterstellt wurde, den „Verein NW DO“ zu finanzieren, sowie ein als Lautsprecherwagen bei zahlreichen Demonstrationen genutzter VW-Bulli. Das System hatte groß aufgefahren und wähnte sich im „Kampf gegen Rechts“ siegessicher, die lokale Journaille hielt sich mit Lobesmeldungen nicht zurück – sichtlich erfreut feierten sie, dass eine andere Meinung wieder einmal mit Verboten bekämpft werden sollte, da den Herrschenden Argumente fehlen, sich beispielsweise mit den Folgen von Masseneinwanderung, Sozialabbau und Entfremdung der Politikeliten auseinanderzusetzen.

Zwei Jahre später hat sich das Verbot allgemein als Trugschluss erwiesen: Nach wie vor sind die zahlreiche Personen in Dortmund politisch aktiv, mittlerweile zumeist parteipolitisch – ganz so, wie es das Grundgesetz als Idealform voraussetzt – und seit der Kommunalwahl im Frühjahr 2014 sogar parlamentarisch verankert. Neue Gesichter haben den Kontakt zur nationalen Bewegung gefunden und neue Wege wurden bestritten. Übrig bleibt eine Lokalpresse, die nach wie vor bemüht ist, sämtliche Aktivitäten in den Kontext des „Nationalen Widerstand Dortmunds (NW DO)“ zu rücken, gegen dessen Verbot seit zwei Jahren eine Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht ist, deren Entscheidung noch aussteht. Dabei ignorieren die Journalisten der Massenmedien, dass Namen Schall und Rauch sind: Der NW DO wurde verboten, sämtliche Vereinsaktivitäten mit dem 23.08.2012 eingestellt – aber die Personen, die dem Verein zugerechnet wurden, sind weiter politisch aktiv und das ganz im Sinne „unserer“ Gesetze. Sie haben sich mitunter umorientiert, sind auf neues Terrain vorgestoßen und befinden sich stets im Wandel, aber letztendlich bleiben sie Idealisten, die für ihre Gesinnung einstehen, die nicht zu verbieten ist.

Ein Verein kann verboten werden, eine Partei kann verboten werden, aber niemand kann eine politische Einstellung verbieten. Dennoch ist jedes Verbot eines Zuviel und zeigt, wie groß die Angst in den Köpfen der Herrschenden ist. Diese Angst ist berechtigt, denn wenn sich die Kritik an den bestehenden Verhältnissen in Protest wandelt, läuft die Zeit der Herrschenden ab!