Vor ca. drei Jahren wurde der Film “Food Inc. – Was essen wir wirklich” veröffentlicht. Der amerikanische Journalist Erich Schlosser zeigt in diesem Film schonungslos die Folgen einer industrialisierten Landwirtschaft in den USA. In dem Film wird deutlich, dass die technische Fortentwicklung bisher nur unter dem Vorzeichen des Profites stattgefunden hat. Die damit einhergehende enorme Rationalisierung im landwirtschaftlichen Bereich hat zu immer größeren und effizienteren Produktionsmethoden geführt.

Heute sind die Auswirkungen dieses Wahnsinns unübersehbar, da durch die “moderne Landwirtschaft” mehr als 80 Prozent der Kulturböden in den Industrieländern an Mikroben und Spurenelementen verarmt sind. Ein ertragreicher und gesunder Anbau ohne Chemie ist dadurch nicht mehr möglich – der Kreis ins Verderben schließt sich.

Als Lösung wird in dem Film von Erich Schlosser die “biologische Landwirtschaft” genannt. Hierbei geht es nicht, wie meist von der Industrie behauptet, um einen Rückfall ins Mittelalter, sondern um die Überwindung der falschen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts.

Das Wort “Wirtschaft” soll hier wieder seiner ursprünglichen Bedeutung zugeführt werden, nämlich Kreislauf: Während in den “modernen Denkweisen” die Kreisläufe der Natur weitestgehend unberücksichtigt bleiben und deshalb zerstört werden, werden in der “biologischen” oder “lebensfolgerichtigen” Bewirtschaftung diese Kreisläufe mit einbezogen.

Anders als im Film dargestellt, wird es innerhalb der vorherrschenden Wirtschaftsordnung – mit dem Zwang unendlich zu wachsen – eine nachhaltige Landwirtschaft nicht geben. Dieses System kann allenfalls Scheinlösungen bieten, wie man bereits in Deutschland anhand des Bio-Booms erkennen konnte. So bleibt am Ende die Erkenntnis, dass Erich Schlosser die Probleme der Zeit zwar richtig erkannt und eingeordnet hat, jedoch die Wachstumszwänge des Systems mit dem Höchstwert “Geld und Besitz” falsch bewertet.