Oft bekunden die Finanzeliten und Politiker vom Schlage eines Rollstuhlfahrers, dass wir in einer stabilen Demokratie leben würden, in der sich ein Wohlstandsgefüge etabliert hätte, dass die Welt bis dahin nicht gekannt hat. „Wir sind stärker aus der Krise herausgekommen als wir hineingegangen sind“ ist eine beliebte Floskel der BerufsGauckler, die man heute schon entwertend oft zu Ohren bekommt.

Doch sind wir wirklich aus dieser Krise herausgekommen? Und wenn ja, haben wir uns dadurch auch noch gestärkt? Es fällt schwer, ernst zu bleiben bei solchen offensichtlichen Verwischungen von Tatsachen. Wollen wir uns doch einmal anschauen, welch Blüten uns der stetig postulierte Liberalkapitalismus so bescherte.

Da hat eine Oxfam-Studie Anfang Januar 2014 über die Verteilung des Reichtums aber eine andere Sprache gesprochen. Die damit bestätigte Äußerung des World Economic Forum vom November letzten Jahres sieht eine immer weiter prosperierende Ungleichheit. Demnach befinden sich allein 110 Billionen Dollar in dem Besitz von gerade einmal 1 % der Menschen. Das ist etwa 65-mal so viel wie das Vermögen, über das die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung verfügt oder anders ausgedrückt: Die Hälfte aller Menschen besitzt so viel wie die 85 Reichsten auf diesem Planeten.

Dass das Vermögen aufgrund von Talenten, Fleiß und Strebsamkeit unterschiedlich verteilt ist, ist nicht ungewöhnlich, gar eher natürlich. Doch eine derartige ungleiche Verteilung von Vermögen gibt einem dann doch schon zu denken. In der Studie wurden 26 Länder auf die Einkommensdimensionen untersucht. Das Resultat: Zwischen 1989 und 2012 hat sich das Einkommen der Reichsten 24 vergrößert. In den USA, die bekanntlich als Vorreiter der kapitalistischen „Wohlstandsgesellschaft“ gelten, hat ein Prozent der Reichsten in den Jahren nach der Finanzkrise ihr Vermögen vergrößern können. 90 % am unteren Einkommensende sind während dieser Zeit ärmer geworden.

Die Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland sehen nicht viel besser aus. Die „reiche“ liberalisierte Mitte Europas befinde sich einer Studie von Kai Daniel Schmid und Ulrike Stein (Institut für Makroökonomische Konjunkturforschung) nach auf dem Abwärtstrend. Demnach wird der Krater zwischen Arm und Reich immer größer. In den letzten 20 Jahren ist die Ungleichheit der Haushaltsnettoeinkommen um 13 % gestiegen. Während gutbetuchte Politexperten und Wirtschaftsjournalisten in den Qualitätsmedien stetig die Agenda 2010 predigen und als eine ökonomische Notwendigkeit postulieren, sorgte die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes für eine Verstärkung der o.g. Zustände. Wenn gerade genannte Gestalten von der Notwendigkeit der Schröder-Agenda für die Sicherung des Wohlstandes faseln, so meinen sie nur ihren eigenen. Sie wollen damit sagen, dass die Bürger Altersarmut, Überschuldung, Minijobs und Teilzeitarbeit in Kauf nehmen müssen, damit eine immer kleiner werdende Clique von Menschen reicher werden kann.

Sicherlich muss in Deutschland niemand hungern, der in der Lage dazu ist, einen Antrag auszufüllen. Jedoch ist es ungerecht Menschen, die Fähigkeiten und Talente haben, in Teilzeitarbeit zu stecken oder für einen 1 € die Stunde auszubeuten. In solchen Verhältnissen ist es offenbar schwierig eine Familie zu gründen und sein Leben im Voraus zu planen. Stets wird der Leih- oder Teilzeitarbeiter vom Bangen um die Verlängerung seines Arbeitsvertrages geplagt. Unbefristete Anstellungen werden immer mehr zur Seltenheit und züchten einen Lohnarbeiter, der von Standort zu Standort tingelt.

Einer Studie nach, die von der Zeitschrift Der Spiegel (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-realloehne-sind-seit-1990-um-bis-zu-50-prozent-gesunken-a-670474.html) im Januar 2010 veröffentlicht wurde, haben sich die Reallöhne seit dem Wendejahr insgesamt um bis zu 50 % verschlechtert. „Die Inflation seit 1990 betrug demnach 47 Prozent.“ 1 Jeder vierte Deutsche sei nach Angaben der Nationalen Armutskonferenz im Niedriglohnsegment (Stand 2013). Über 7,6 Millionen Menschen beziehen stattliche Hilfeleistungen, um ihr Existenzminimum zu sichern. Die von Armut bedrohten kommen in Deutschland auf 10 %. Dabei trifft es zumeist Familien.

Wer meint dieser Zustand wäre auf die USA und Deutschland beschränkt, der irrt. Vielmehr handelt es sich bei diesen beiden Staaten bzw. Staatenbünden eher um in den Sozial- und Wohlstandsbereichen gut gestellte (!) Länder. Welche Armutsverhältnisse im gesamten EU-Raum vorherrschen teilte die Statistikbehörde Eurostat im Jahre 2013 mit: „Im Jahr 2012 waren 124,5 Millionen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.“ Der Studie nach, sind „17 % der Bevölkerung in der EU28 im Jahr 2012, nach Zahlungen von Sozialleistungen armutsgefährdet“ gewesen. Besonders hohe Armutsgefährdungsquoten weisen dabei die südeuropäischen Staaten wie Griechenland (23%), Spanien (22%) und Rumänien (23%) auf.

Schuld ist das im Laufe der Jahrzehnte in Umlauf gebrachte Falschgeld, das die Troika (IWF, EZB und EU-Kommission) zu verantworten hat. Die sogenannten Rettungsschirme oder Bailouts wie der EFSF oder der ESM sind nichts weiter als Falschgeldkanonen gewesen, die Papiere auf den Markt warfen, die aber letztlich keinen Mehrwert produzierten. Der Ökonom und Chef des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn ist darauf in verschiedenen Publikationen eingegangen. Zuletzt in seinem Buch „Gefangen im Euro“. In diesem Werk zeigt Sinn die Falschgeldpolitik auf, die hierzulande gerne als Schuldenpolitik bezeichnet wird. Mario Draghi (EZB-Präsident) macht Politik ausschließlich für die Finanzmärkte.

Dass die Schuldenuhr der BRD bereits satte 2,14 Billionen Euro anzeigt, lässt nicht unbedingt auf eine baldige Umkehr durch die Politik der Demokraten hoffen. Vielmehr haben die derzeitig Herrschenden ein System begünstigt, dass wie es der Buchautor und Herausgeber der Deutschen Wirtschaftsnachrichten (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/) Michael Meier bezeichnet, die „Plünderung der Welt“ zum Ziel hat. Der Physiker James B. Glattfelder errechnete im Rahmen eines auf der TED-Konferenz gehaltenen Vortrages, dass 0,123% der Eigentümer von internationalen Konzernen 80 % des Wertes dieser 43.000 Konzerne beherrschen. Dabei handelt es sich ausschließlich um US-amerikanische und britische Großbanken und Finanzinstitutionen. Glattfelder hat die Zusammenhänge der hyperglobalisierten Finanzmärkte und Konzerne mathematisch aufgeschlüsselt.

Die Finanzeliten haben ein immer komplexer werdendes System geschaffen, indem nahezu alle internationalagierenden Konzerne miteinander verzahnt sind. Das System ist mittlerweile so kompliziert, das nur noch hochgradige Mathematiker dabei einen Durchblick haben können. Die Börsen werden heute auch nicht mehr per Telefonanruf von Menschenhänden und –verstand geleitet. Menschen werden nur noch zur Entwicklung von Computern und Programmen gebraucht. Der Kaufmann wurde von der Maschine ersetzt, die sekündlich Preise vergleicht und berechnet und dann billig zuschlägt.

Wir stehen vor der „Plünderung der Welt“ wie es im gleichnamigen Buch von Meier beschrieben wird. Der Kapitalismus und seine Nutznießer haben über Jahrzehnte hinweg einen Weg geebnet, der in der Aushöhlung von Rechten und gesellschaftlicher Stabilität enden wird. Letztlich entsteht ein gewaltiges Chaos, das in sozialen Unruhen enden muss, wie es uns afrikanische Beispiele bereits mehrfach gezeigt haben.

Wer nun glaubt, dass sei alles Verschwörungstheorie, dem sei gesagt: Eine Verschwörung ist bereits vorhanden, wenn sich mindestens zwei Menschen finden, die unter gleichen Gesichtspunkten gemeinsame Interessen verschwörerisch verfolgen. Auch der Widerstand gegen den Ausbau von Recht und Wahrheit ist letztlich eine Verschwörung. Sie ist nicht Theorie, sondern alltägliche Wahrheit.

Immer mehr Wirtschaftswissenschaftler informieren die Öffentlichkeit über dieses Vorhaben, dessen Zeichen eindeutig sind.

Der Kapitalismus ist erdrückende Tatsache und noch vielmehr sind die Konsequenzen, die aus ihm folgen, dramatisch. Eine wahrheitssuchende Jugend muss ihre ganze Kraft in den Kampf gegen solche Verhältnisse stellen.

Eure „schöne neue Welt“2 wollen wir nicht!

Wir wollen einen Staat, in dem die Menschen anhand ihrer Fähigkeiten, ihres Fleißes und ihrer Strebsamkeit für das Ganze entlohnt und ausgezahlt werden! Wir wollen einen Staat, indem Armut und Sozialraub nicht als zufällig betrachtet werden, sondern zu beseitigende Zustände sind.

Zwischen Kapitalismus und Kommunismus gibt es viele Facetten und Varianten, genauso wie es zwischen den Zahlen 0 und 100 eine ganze Menge gibt oder zwischen Schwarz und Weiß entsprechend vielen Grautöne vorhanden sind. Finden wir Wege aus diesen Maxima! Werden wir, was sich alle ersehen: ENDLICH FREI!

1 Die veröffentlichten Zahlen fußen auf das Sozialforschungsunternehmen Statista, dem DIW und dem Bundesamt für Statistik.

2 Siehe dazu satirischen Artikel http://sagwasdudenkst.info/?p=18441